Trois lectures
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Schmerzliche Erinnerung

秋兴八首·其八 · Thu-Fu (杜甫)

Wie oft seh ich in schmerzlicher Erinnrung Den kapriziös geformten Pavillon Aufragen, drin so gern der Kaiser schlief.

Er stand im dunkeln Bergland von Tsi-Ko, Das sich mit seinen Gipfeln malerisch Im großen, blauen Flusse widerspiegelt.

Am Ufer ward auf Ungeheuern Feldern Duftender Reis geerntet. Papageien Schwärmten herbei und pickten Körner auf.

Reizende junge Frauen gingen in Den kaiserlichen Gärten auf und nieder. Das Grün des Frühlings lachte um sie her.

Berühmt, unsterblich waren die Genossen, Mit denen ich an weichen Abenden Gemächlich auf den klaren Seen fuhr.

Was für glückselige Gedichte hab ich Damals mit leichtem Pinsel hingeschrieben In tausend Formen, die ich neu erfand.

Und heute? Meine Haare sind geblichen. Die alte Stirn senk ich müd zur Erde, Und was ich sing, ist Jammer nur und Gram!

Hans Bethge, Pfirsichblüten aus China, 1922, S. 65. Nachdichtung aus dem Französischen. Text gemeinfrei.